Viele Bergsteiger sind heute im Besitz von Smartphones mit GPS-Funktion. Bei Einsätzen stellte man allerdings fest, dass die meisten Bergsteiger und Wanderer nicht in der Lage sind, damit Koordinaten zu ermitteln.

Meist ist dazu die Installation eines zusätzlichen Apps notwendig. Die bloße Installation reicht aber nicht aus! Man muss sich mit dieser Materie auch befassen um im Notfall rasch die Standort-Koordinaten bestimmen zu können.

Tourenplanung
Für die meisten Bergtouren gibt es bereits GPS-Tracks zum Herunterladen. Gerade bei schlechtem Wetter genügt dann ein kurzer Blick auf das Display um eine Abweichung von der Ideallinie zu erkennen.

Orientierung
Viele Suchaktionen könnten vermieden werden, wenn dem Bergsteiger der richtige Umgang mit GPS und digitalen Karten vertraut wäre. Das reine Kennen „seiner“ Koordinaten ist aber zu wenig. Zusätzlich ist die Verwendung von geeignetem Kartenmaterial am Mobiltelefon dringend anzuraten. Viele Apps erlauben das Vorladen von digitalen Karten. Dadurch ist keine Internetverbindung für die Kartendarstellung notwendig.

Genauigkeiten
Die Genauigkeit der Positionsbestimmung ist von der Anzahl der sichtbaren Satelliten abhängig. Da sich im Norden wenig GPS-Satelliten befinden, ist eine Positionsbestimmung im Bereich von Nordwänden oft schwierig bzw. ungenau. Grundsätzlich kann aber von Genauigkeiten von unter zehn Metern ausgegangen werden.

Koordinatensysteme
Prinzipiell sollen die Koordinaten im WGS 84 System verwendet werden. Das ist Standard bei allen GPS Geräten. Am einfachsten ist es, die Koordinaten im Dezimalsystem zu übermitteln, etwa Länge = 13.05088 und Breite = 47.78911. Es genügen fünf Nachkommastellen. Die Angabe in Grad, Minuten und Sekunden ist auch möglich, etwa Länge = E 13°03’03.2″ und Breite =  N 47°47’20.8″.

Gefunden werden
Bei einem Unfall oder wenn sich der Wanderer verirrt, kann er die Position in Form von Koordinaten (Länge, Breite und Höhe) der Einsatzleitstelle (Tel. 140) mitteilen.
In manchen Bundesländern ist noch nicht möglich, die Koordinaten per SMS an die Leitstelle (Tel. 140) zu übermitteln.
Selbstverständlich können bereits jetzt – nach Kontaktaufnahme mit dem Einsatzleiter – die Koordinaten mittels SMS übermittelt werden.
Bei schlechter Netzabdeckung ist telefonieren oft nicht mehr möglich, der SMS Versand kann dann aber trotzdem noch funktionieren. Der SMS-Versand der Position ist der telefonischen Mitteilung vorzuziehen um Missverständnisse auszuschließen.

Handypeilung
In komplizierten Fällen wird oft eine Handypeilung durch die Polizei veranlasst. Die Handypeilung im Gebirge ist schwierig, da das Mobiltelefon manchmal nur bei einem Mobilfunkmasten eingeloggt ist. Das Peilungsergebnis ergibt dann oft einen Radius von mehreren Kilometern und ist damit unbrauchbar.

Finden
Die Erfahrung der Bergrettung zeigt, dass die Suche nach der Person die meiste Zeit in Anspruch nimmt. So wurde etwa aufgrund falscher Angaben der verunfallten Person auf der falschen Seite des Berges gesucht. Wenn die Bergrettung die ungefähre Position der in Not geratenen Menschen kennt, ist es für die örtliche Bergrettung – aufgrund der perfekten Ortskenntnisse – oder für eine Hubschrauberbergung -, meistens möglich, in kurzer Zeit an der Unglücksstelle zu sein.

Quelle: www.bergrettung-salzburg.at