Grieskarsteig – Zwölferkogel
Der Zwölferkogel zählt zu den eindrucksvollsten, jedoch wenig frequentierten Aussichtsgipfeln im Toten Gebirge und bietet eine abwechslungsreiche Bergtour mit alpinem Charakter für trittsichere, konditionsstarke und erfahrene Bergsteiger. Vom Almsee führt der Anstieg über die Röll und das wilde, steile Grieskar auf den Grieskarsteig bis ins markante Urban-Band. Nach der Grieskarscharte geht es schließlich über wegloses Gelände durch die Karstlandschaft weiter zum Gipfel.
Ausgangspunkt der Tour ist der gebührenpflichtige Parkplatz am Südende des Almsee. Von dort aus wandert man zunächst entspannt der Forststraße entlang hinein zum Talschluss. Umgeben von dichtem Mischwald steigt der Weg hier nur moderat an. Man durchquert sogar ein ausgetrocknetes, recht breites Flussbett, das einer Schotterwüste gleicht. Nach rund 4 Kilometer erreicht man schließlich die Abzweigung zum Grieskarsteig. Nun beginnt der anspruchsvollere Teil der Tour. Der Steig wird schmäler und deutlich steiler. In zahlreichen Kehren gewinnt man rasch an Höhe. Wurzeln, Felsstufen und teilweise schottriger Untergrund verlangen eine sichere Tritttechnik. Allmählich wird die umgebende Vegetation lichter und macht einer von Latschenkiefern geprägten Berglandschaft Platz. Schließlich erreicht man den vegetationsarmen Abschnitt der Tour. Zerklüftete Felsformationen und weitläufige Kalkflächen verleihen dieser hochalpinen Landschaft einen beinahe ursprünglichen Charakter.
In den frühen Sommermonaten wandert man hier noch direkt bei dem einen oder anderen Wasserfall unmittelbar vorbei.
Über nicht enden wollende Serpentinen schlängelt sich dort der Pfad steil nach oben. Schottrige Passagen und kompakter Fels wechseln einander stetig ab. In diesem Abschnitt gibt es auch mehrere, mit Drahtseilen versicherte Passagen, die den Aufstieg erleichtern.
Im oberen Bereich des Grieskarsteiges befindet sich nun die eigentliche Schlüsselstelle dieser anspruchsvollen Tour. Das Ernst-Urban-Band (oft als Urban-Band bezeichnet) ist zweifellos der markanteste und eindrucksvollste Abschnitt der Tour auf den Zwölferkogel. Dieses natürliche Felsband zieht sich in schmaler Linie durch die steilen Flanken des Berges und ermöglicht den überraschend eleganten Durchstieg durch eine ansonsten schroffe und abweisende Felslandschaft. Der Steig ist schmal, stellenweise ausgesetzt und erfordert absolute Trittsicherheit sowie Schwindelfreiheit. Drahtseile und eine Leiter helfen auch hier bei der Überwindung der gefährlichen Passage.
Danach wird das Gelände wieder etwas flacher und man gelangt rasch zur Grieskarscharte. Nun hat man das Hochplateau des Toten Gebirge erreicht und eine einzigartige Landschaft macht sich bemerkbar. Die Gipfel des Wildgrössl und des Salzofen sind zum Greifen nahe. Im Hintergrund rundet das Dachsteinmassiv das beindruckende Panorama ab.
Nach nur wenigen hundert Metern nach der Scharte verlässt man den markierten Weg und zweigt in die weitläufige Karstlandschaft hinein. Hier ist ein guter Orientierungssinn von Vorteil, Stoamandl erleichtern jedoch die Navigation – Farbmarkierung sind hier nicht mehr vorhanden. Über felsdurchsetzte Wiesen und kleinere Felsstufen nähert man sich allmählich dem Hauptgipfel des Zwölferkogel (2101m). Die Wegfindung sollte für den geübten Bergsteiger kein allzu großes Hindernis darstellen.
Karte und Details
Höhenmeter
1650 m
Dauer
10 Stunden
Länge
19 km
Ausgangspunkt
Gipfel
Großer Rabenstein 2028m
Zwölferkogel 2102m
Zwölferkogel Nordgipfel 2059m
Schutzhütten
Keine
Oben am Gipfel angekommen hat man eine beeindruckende Aussicht, vor allem in den westlichen Teil des Toten Gebirges, in das Almtal, zum Großen Priel oder zum Dachstein.
Eine Besonderheit stellt der niedrig gelegene Nordgipfel des Zwölferkogels dar, wo sich auch das Gipfelkreuz befindet. Dieser ist nach kurzen Abstieg über felsdurchsetztes und steiles Wiesengelände in nur wenigen Gehminuten erreichbar.
An klaren Tagen scheint die Fernsicht beinahe grenzenlos. Hier oben fällt es leicht, innezuhalten, die Stille zu genießen und die besondere Atmosphäre dieses eindrucksvollen Berggipfels auf sich wirken zu lassen.
Der Abstieg erfolgt auf dem bereits bekannten Aufstiegsweg.
Fazit: Lange, anspruchsvollere Bergtour mit alpinen Charakter im Toten Gebirge, die ohne entsprechende Vorbereitung nicht begangen werden sollte. Bei Nässe oder Nebel auf jeden Fall meiden! Auch Restschneefelder können sich bis in die Sommermonate hinein halten und zum Problem werden.
PS: Wanderstöcke können den Abstieg deutlich erleichtern und die Knie entlasten









































