Großer Schönberg – Rinnerkogel

Die Überschreitung vom Großen Schönberg (2093m) zum Rinnerkogel (2012m) ist eine anstrengende, jedoch landschaftlich sehr eindrucksvolle Bergtour im nordwestlichen Toten Gebirge. Schroffe Felsen, die einzigarte Karstlandschaft mitsamt den tiefen Dolinen des Toten Gebirges und der Ausblick zum Dachstein macht diese Wanderung zu einem einmaligen Erlebnis. Schwierigste Passage ist der ausgesetzte, jedoch mit Seilen versicherte Abstieg über den Ostgrat vom Schönberg. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und ausreichende Kondition sind unbedingt erforderlich.

Ausgangspunkt der Tour ist ein Parkplatz beim Schwarzenbach, rund 1,5km taleinwärts, nach dem Kraftwerk Offensee. Von dort aus wandert man auf einer Forststraße entlang der Markierung in Richtung Mittereckerstüberl (752m). Die markanten Felswände des Ebenseer Hochkogels (1591m) sind hier immer im Blickfeld. Nach Verlassen der Forststraße führt der Wanderweg einen breiten, jedoch steil ansteigenden, bewaldeten Graben empor. Nach dem die Vegetation niedriger wird und das felsige Gelände mehr, erreicht man rasch die Eibelgrube mit ihren teils haushohen Felsbrocken.
Von dort ist es nicht mehr weit zum Hochkogelhaus und eine ausgiebige Pause zum Auffüllen der Getränke bietet sich an. Ein kurzer Abstecher zum nahgelegenen Ebenseer Hochkogel ist ebenfalls empfehlenswert.

Danach führt der Wanderweg vorbei am kleinen und großen Rauherkogel zur Abzweigung in das Feuertal. Hier hätte man die Möglichkeit den Schönberg auszulassen und direkt in Richtung Rinnerkogel zu wandern. Bei der Wegkreuzung folgt man aber der Markierung zum Schönberg / Ischler Hütte. Zwischen Latschen und Wiesen geht es nun steil dem empor, ehe man den Großen Schönberg (2092m) erreicht. Dieser besteht aus einem Doppelgipfel, der westliche Hauptgipfel ist um 2 Meter niedrieger als der östliche Nebengipfel. Nun folgt der schwierigste Abschnitt dieser Tour: der Abstieg über den Ostgrat. Hier gilt es einen immer schmäler werdenden Grat zur überwinden. Eine kurze Kletterstelle ist aber ausreichend mit einem Stahlseil versichert. Trotzdem sollte man hier besonders auspassen, da in diesem Abschnitt die Felswände steil abfallen und somit keine Fehler verzeihen.

Kurz vor dem Wehrkogel erreicht man eine weitere Weggabelung: Links geht es über das Feuertal zurück zur Hütte, rechts zum Rinnerkogel und zum Wildensee. Über schroffe Felsen wandert man den wenig frequentierten Weg leicht bergab, am Wehrkogel vorbei, in eine Mulde. Anfangs noch sehr gut markiert, ist die Wegführung und Markierung zwischen den Latschen oft etwas dürftig und der Weg nicht immer gleich erkennbar. Mit elementaren Orientierungsvermögen sollte die Überwindung aber kein Problem sein.

Danach führt der Weg über zerklüftetes Gelände, vorbei an tiefen Dolinen in Richtung Scheiblingkogel. Das Hochplateau ist hier meist mit Latschen bewachsen, Schatten spendende Bäume sind hier nicht vorhanden. Sanft ansteigend umrundet man den Großen Scheiblingkogel (2020m) und der Blick auf den Kleinen Rinner (2003m) wird frei. Obwohl im Hintergrund bereits der Gipfelaufbau des Rinnerkogel erkennbar ist, bleibt der Blick auf das Gipfelkreuz vorerst verwehrt. Hier führt der schmale Pfad ohne wesentliche Höhenänderung bis zur nächsten Wegkreuzung. Von dort aus erreicht man in einem letzten, steilen Anstieg das mit Gras bewachsene Gipfelplateau des Rinnerkogel (2012m). Traumhafte Aussicht auf das Tote Gebirge und auf den Wildensee entschädigen die Mühen des Aufstieges.

Karte und Details

Höhenmeter

2300 m

Dauer

13 Stunden

Länge

23 km

Gipfel

Ebenseer Hochkogel 1591m
Großer Schönberg 2093m

Rinnerkogel 2012m

Der Abstieg erfolgt über teils felsiges Gelände zur Rosskogelgrube weiter zum Rinnerboden. Ein kurzer Abstecher zum Wildensee ist auf jeden Fall empfehlenswert, da dieser in unmittelbarer Nähe liegt und zu den schönsten Gebirgsseen der Region zählt. Der weitere Weg führt zur bewirtschafteten Rinnerhütte (1474m). Hier kann man sich nochmals kulinarisch verwöhnen lassen, bevor man in Richtung Offensee absteigt.
Zurück zum Ausgangspunkt kommt man entweder mit dem Traunsee-Taxi (vom Ostufer-Parkplatz aus bis zur Abzweigung Schwarzenbach plus ca. 2km Fußmarsch Tal einwärts beim Kraftwerk vorbei) oder per Anhalter. Auch ein zweites, vorher bereitgestelltes Fahrzeug erspart hier den langen Rückmarsch entlang der asphaltierten Offenseestraße.

Fazit: Geniale Tour für den Sommer, bei Schnee oder Nebel nicht zu empfehlen. Ausreichend Flüssigkeit mitnehmen, da sich am Hochplateau keine Quellen befinden. Als Tagestour anstregend, eventuell sonst mit Übernachtung auf einer der Hütten.